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Burma - Ein Reisebericht

    Samstag, 16.11.96

    Wir bekommen im Kloster wieder von unserer Palaung – Frau Tee und Eier, wir selbst haben Brot und Kekse und Bananen mitgebracht. Unsere Orangen schenken wir den kleinen Mönchen, die sich mit ihren Bettelschalen bereitmachen. Das ist aber ein bißchen blöd, denn die Orangen, die wir mitbrachten, sind wahrscheinlich von hier. Wir tragen uns noch in das Gästebuch ein und hinterlassen eine Spende von 500 K für Medizin. Zurück nach Kalaw gehen wir einen kürzeren Weg, der uns meist durch Wald führt. Unterwegs begegnen wir Erdspinnen, die in einer kleinen Höhle wohnen und davor ein trichterförmiges Netz aufgebaut haben, eine große rote Blüte fotografiere ich zwar, kann aber nicht ergründen, wie sie heißt, das gleiche gilt für einen am Stamm über und über mit Stacheln besetzten Baum. Am Ortseingang von Kalaw finden Strassenbauarbeiten statt, natürlich wie üblich ohne Maschinen und mit Teerfässern über dem Feuer.

    Nach einer kurzen Pause nehmen wir Abschied und fahren nach Heho,hmarktk dort findet heute Markt statt, den wir natürlich besuchen, wir haben aber nicht so viel Zeit und beschränken uns auf eine halbe Stunde, wir sehen zwar keine Padaung mit Giraffenhälsen, aber immerhin eine Padaung - Frau mit Wadenreifen. Dann geht’s hinab ins Tal, wir begegnen einer Prozession mit Musik, hier werden die Gaben zu Kathein ins Kloster gebracht, v.a. neue Roben für die Mönche. Wir biegen von der Hauptstraße nach rechts ab nach Yaungshwe. Zuerst führt neben der Straße eine Art Kanal entlang, dahinter stehen die Häuser, durch Brücken zugänglich, dann wird die Gegend immer feuchter, wir kommen in den Schilfgürtel, der den Inle – See umgibt. In Yaungshwe essen wir zu mittag und suchen anschließend unser süßes kleines Hotel Naung Kham Inn auf, es hat 6 Zimmer und eine schöne Terrasse und liegt nicht weit entfernt von der Bootsanlegestelle.
    Um 15:00 Uhr fahren wir dann ab nach Taunggyi (= Großer Berg), der Hauptstadt des Shan – Staates.

    Die alte Stadt mit einem großzügig angelegten Park liegt auf dem Berg, die Neustadt unten im Tal, hier gibt es einige Kasernen, der Hang ist nicht bebaut. Wir besuchen eine Cheroot – Fabrik. Im Erdgeschoß werden die bereits von den Erzeugern vorsortierten Blätter noch einmal sortiert und kontrolliert und erneut auf Vorratsstapel gesammelt. Im oberen Geschoß cher1ksitzen ca. 25 Frauen und Mädchen, teilweise sehr junge, auf dem Boden und rollen Zigarren von unterschiedlicher Größe und mit unterschiedlichem "Tabak". Je dicker die Zigarren, umso stärker ist der "Tabak", je dünner, umso feinerer "Tabak" wird verwendet. Der "Tabak" besteht aus gebrochenen Cheroot -. Blättern, vermischt mit Holz des Baumes und einer von Fabrik zu Fabrik variierender geheimen Mischung von Zusätzen. Die Deckblätter werden morgens bei Aufnahme der Arbeit angefeuchtet, dann eingerollt und mit einem Gummiband versehen. Dann wird die Cheroot aus Blatt und dem "Tabak" gerollt, der Filter besteht aus gerollten Maisblättern, die mit Zeitungspapier umwickelt werden, bei billigen Cheroots auch nur aus Zeitungspapier, dann ist manchmal auch das Deckblatt nur aus Papier, aber solche werden hier nicht gefertigt, wahrscheinlich sind das selbstgerollte. Nach dem Wickeln wird der Filter abgeschnitten und die Enden zu einer Zigarrenspitze umgebogen. Anschließend werden je 50 der dünneren Cheroots (bei den ganz feinen 25) zusammengestellt und mit einem Band umwickelt. Das geschieht, ohne daß die Arbeiterin nachzählt, sie hat die Menge genau im Griff, und das Ergebnis stimmt, wir haben nachgezählt.cher2k Eine Frau erhält 12 K pro 100 Stück, die Tagesleistung sind im Durchschnitt 1000 – 1200 Stück. Wir kaufen einige der Cheroots, 50 Stück der besten Sorte, einzeln verpackt, kosten 40 K. Auf dem Markt kosten sie etwas mehr, da bezahlt man für normale Cheroots 1 K pro Stück.

    Dann kommen wir an einer Nudelfabrik vorbei, auch das schauen wir uns an. Den Produktionsvorgang können wir nicht mehr sehen, da es schon spät am Tage ist, aber man sieht die Maschine zum Pressen und Schneiden, Die Nudeln werden dann zum Trocknen im Freien aufgehängt an Gestellen, dann werden sie abgenommen und zu Bündeln verschnürt in eine Art Kiste mit Schlitzen gelegt, wo sie mit einem großen Messer – natürlich von Hand – auf die Länge der Verpackung geschnitten werden. Den Sonnenuntergang verpassen wir, die Sonne ist schon unten, als wir am Aussichtspunkt ankommen, trotzdem genießen wir den herrlichen Blick über das Land von oberhalb des Parks. Nachdem es dunkel geworden ist, bummeln wir noch über den abendlichen Straßenmarkt. Unter anderem werden hier als Snacks Bambusrohre angeboten, die mit Klebereis gefüllt und dann erhitzt werden, anschließend wird das Bambusrohr bis auf die weiche Innenschicht abgeschält, man hat damit ein fast-food einschließlich verrottbarer Verpackung. Einige Leute lassen schon Ballons aus Papier, z.B. Papiervögel von ca. 2 m Länge, steigen, unten an den Papierballons sind Bambusbehälter mit Petroleum befestigt, dies wird angezündet, so daß die Papierfigur als Heißluftballon aufsteigt. Eigentlich läßt man diese Ballons, die typisch sind für hier, erst in der Vollmondnacht Tanzaungdaing (dieses Jahr am 25. November) steigen. Wir fahren zurück in unser Hotel in Yaungshwe.

    tanz1kAbends gibt es im Hof eines nahegelegenen größeren Hotels Shan – Tänze zu sehen, die Athmosphäre ist etwas kalt in dem Hof mit Betonboden, aber die Musik ist sehr rhythmisch und die Tänzer sind gut, insbesondere die Darsteller bei einem Schwerttanz und beim Tanz eines weiblichen geflügelten Wesens (Kinari, eine Art Fee) und ihres männlichen Pendant. Merkwürdigerweise tragen sogar die Tänzer Namensschilder an der Brust, die sie als zum Hotel gehörend identifizieren. Unterwegs kommen wir mit einem Marionettenspieler ins Gespräch, der wunderschöne alte Puppen aufgehängt hat, die sind aber unverkäuflich. Er erzählt uns, daß er bei seinem Großvater, der ein sehr guter und in ganz Burma berühmter Spieler war, das Marionettenspiel erlernt hat und daß auch sein Bruder Marionettenspieler ist.

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