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Burma - Ein Reisebericht

    Dienstag, 26.11.96

    Kubyaugyi (Myinkaba, Vorsicht, es gibt einen weiteren Tempel gleichen Namens)

    Der Tempel , 1113 von seinem Sohn Rajakumar aus Anlaß des Todes von König Kyanzittha erbaut, ist außen mit schöner Stuckarbeit verziert und enthält im Innern sehr schöne Fresken, die noch aus der Zeit des Tempelbaus stammen. Sie sind damit die ältesten erhaltenen Fresken in Bagan. Leider ist das Fotografieren verboten, auch ohne Blitz. In der Vorhalle sieht man eine Darstellung eines zehnarmigen Boddhisattva (wohl Avalokiteshvara), typisch für den Mahayana – Buddhismus; der heute in Burma ausschließlich herrschende Theravada – Buddhismus kennt Boddhisattvas nicht. In der frühen Phase von Bagan war noch der Mahayana - Buddhismus in Burma lebendig und wurde erst später vom Theravada (oder Hinayana) abgelöst. Vor dem Tempeleingang steht der Myazedi – Stein, eine Art Rosetta - Stein von Myanmar, der eine Inschrift in Mon, Birmanisch, Pyu und Pali enthält und damit die Entzifferung der Pyu – Sprache ermöglichte.

    Die Geschichte des Tempels ist eng verbunden mit der Romanze von Kyansittha mit Thambula. Als der junge Kyansittha vor dem Zorn des Königs Anawrahta fliehen mußte, kam er zu einer Stelle, wo ein Mönch mit seiner hübschen Nichte Thambula lebte. Kyansittha verweilte dort, bis er zum Hof zurückgerufen wurde. Als er die inzwischen schwangere Thambula verlassen mußte, gab er ihr einen Ring. Wenn es ein Mädchen werden würde, sollte sie den Ring verkaufen, um es ernähren zu können. Bei einem Knaben sollte sie den Ring und das Kind zum Königshof bringen. Sieben Jahre vergingen, und Kyansittha war inzwischen König, als Thambula am Hof mit dem Ring und dem Knaben Rajakumar erschien. Der König war erfüllt mit Freude und machte Thambula zur Königin.

    Rajakamur wäre rechtmäßiger Thronerbe gewesen. Kyanzittha aber, der wahrscheinlich wußte, daß er kein leiblicher Sohn Anawrahtas war, vermählte seine Tochter Shwe-einthi mit dem körperlich behinderten Sohn Sawlus und machte deren Sohn, der auch Nachkomme Anawrahtas war, zum Thronerben.

    Der Gubyaukgyi Tempel wurde von Rajakumar anläßlich des Todes von Kyansittha erbaut

    Kyauk Gu U Min

    Höhlentempel, schöne Stuckornamentik mit Darstellung floraler Motive und von Figuren, v.a. Ogres. Im Innern steinerne Buddhafiguren mit Szenen aus dem Leben Buddhas (meditierend; mit Eltern in einer im Baum hängenden Krippe; mit Naga, die vor dem Wetter schützt; in Askese vor der Erleuchtung, ernährt von Devas ). Auch im Gewölbe sind Buddhafiguren zu sehen. Das Höhlensystem soll nach mystischer Überlieferung bis Pindaya reichen, der Sayadaw versichert, er selbst habe vor 40 Jahren die Höhlen bis zu einem Ort nahe Nyang U begangen, sie seien nach einem Erdbeben jetzt aber weitgehend verschüttet. In den Gängen finden sich viele Seitenkammern als Meditationshöhlen, der Sayadaw demonstriert uns das und setzt sich in Meditationsstellung in eines der Gewölbe. Narapasitthu erbaute die Obergeschosse, das Untergeschoss des Tempels stammt aus früherer Zeit, aus dem 11. Jahrhundert.

    Der Tempel ist am besten mit dem Boot zu erreichen, mit dem Boot ca. 20 min von Nyaung U, anschließend noch ca. 10 – 15 min Fußweg, der Bootsführer zeigt den Weg, der sonst nicht leicht zu finden ist. Bei Hochwasser kommt das Wasser viel näher heran, man kann dann mit dem Boot fast bis an den Tempel fahren. Es gibt ganz offensichtlich eine große Anzahl Schlangen hier, im Kloster sehen wir zwei (ich persönlich sehe nur eine kleine bunte giftige auf einem kräftigen Ast liegend im Baum), aber man hört es oft rascheln im Gebüsch. Das Tor ist verschlossen, es gibt eine Klingel, nachdem wir diese betätigt haben, kommt nach einiger Zeit der BasayakSayadaw (sein Name ist U Ti Law Ka), der gleichzeitig der einzige Mönch ist. Er läßt uns ein und empfängt uns zunächst in seinem Domizil, dort ist ein Tisch mit zwei Bänken wohl speziell für Besucher aufgebaut, es gibt Bananen und Tee, der Sayadaw läßt sich auch bereitwillig fotografieren, hat auch einige Abzüge, die ihm von anderen geschickt wurden. Sein Domizil ist ein einfacher offener Raum, an der linken Seite ein Altar mit Buddhastatue und Opfergaben - und der unvermeidlichen Lichterkette, die er unserem Besuch zu Ehren einschaltet. Es herrscht eine sehr schöne, stille Atmosphäre hier (trotz der Lichterkette). Wiewohl man den Eindruck hat, als sei der Tempel und das kleine Kloster völlig abgeschieden, scheinen laut Gästebuch doch fast täglich Leute zu kommen (was allerdings auch nicht allzu viel ist). Der Sayadaw gibt uns einige Erläuterungen aus seinem kleinen Notizbuch, in das er Erklärungen und Geschichten auf burmesisch und englisch eingetragen hat, ich werde als Dolmetscher ins Deutsche auserkoren . Er führt uns durch den Tempel, gibt auch hier seine Erklärungen und demonstriert uns auch die Meditation in einer der Meditationshöhlen . Der Besuch dieses Tempels ist auf alle Fälle lohnend, kostet aber natürlich etwas an Zeit.

    Htilominlo

    htilokErbaut 1211 von König Htilominlo, der von König Narapatisithu trotz seines niedrigeren Rangs als Prinz zum Nachfolger ernannt wurde. An der Stelle, an der diese Wahl durch eine Art Orakel getroffen wurde, ist der Tempel erbaut. Er ist mit 46 m Höhe einer der großen Tempel von Bagan, zweistöckig und in birmanischem Stil.

    Upali Thein 

    Ordinationshalleaus der Mitte des 13. Jahrhunderts, benannt nach einem Mönch namens Upali und eine der ganz wenigen aus jener Zeit erhaltenen Ordinationshalle. Die Fresken sind aus dem 18.Jhdt., sie sind großflächiger angelegt als Malereien der Bagan – Zeit. Ein Foto ist mit Donation möglich, offiziell ist das fotografieren aber verboten. Auch heute noch treffen sich hier bei Vollmond Mönche zur Meditation.

    Abeyadana

    Der Tempel enthält sehr schöne Mahayana-Fresken, einen zart bemalter Buddha im zentralen Raum, eine für nach meinem Eindruck relativ ungewöhnliche Darstellung von Buddha mit sehr stark geneigtem Haupt. Brahma, Indra, Shiva und Vishnu sind hier ebenfalls dargestellt. Auch hier Fotografierverbot, da aber kein Wächter da ist, übertrete ich das.

    Seinyet Ama + Seinyet Nyima

    Seinyet Ama ist ein Tempel, Seinyet Nyima eine Pagode, beide Formen der Architektur sind hier nebeneinander zu sehen, der Tempel kann bestiegen werden, was ich auch tue, wie ein paar von uns, es ist mit der Fototasche allerdings etwas mühsam, da die Treppen sehr eng sind und man teilweise ohne Treppe auf die nächste Ebene steigen muß. Tempel und Pagode sollen im 11. Jahrhundert von Königin Seinyet erbaut worden sein, der Stil entspricht dem 13. Jahrhundert. Die Spitze der Pagode ist eine Besonderheit und findet sich so nirgendwo anders.

    Somingyi Kyaung

    Reste eines Klosters mit Bibliothek (nicht fotografiert). Es handelt sich um eine Ruine, praktisch ist nur noch der Grundriss zu sehen mit einem Innenhof, der von Mönchszellen, Vorhalle und einer Kapelle umschlossen war.

    Liegender Buddha von Shinbinthalyaung

    Die fast 20 m lange Figur befindet sich in einem Gebäude neben der Shwesandaw Pagode, noch auf dem Pagodengelände. Die Figur stammt aus dem 11. Jahrhundert. Der Kopf des Buddha zeigt nach Süden, es handelt sich also nicht um den Eingang ins Nirwana, sondern um den schlafenden Buddha. Das Gebäude ist sehr eng um die Figur gebaut, so daß man die Figur als ganzes nicht fotografieren kann.

    Shwesandaw Pagode

    Die Pagode erinnert ein wenig an eine Maya - Pyramide mit aufgesetzter Pagode, ein sehr harmonisches Bauwerk. Erbaut 1057 von Anawratha, um Haare Buddhas unterzubringen, die er vom König von Bago erhalten hatte. Wir besteigen die Pagode und erleben von dort den Sonnenuntergang, wieder mit weitem Blick über die Ebene von Bagan mit ihrer Vielfalt von Tempeln.

    Abends essen wir im Restaurant Nanda in Nyaung U, vor allem deshalb, weil wir uns dort das Marionettenspiel ansehen wollen, aber auch das Essen ist ausgezeichnet (burmesisch). Das Marionettenspiel ist hervorragend, die Spieler sind ausgezeichnet, die Bewegungungen feiner als beim Marionettentheater in Mandalay und die Musik weniger krächzend. Es stellt sich heraus, dass der Marionettenspieler der ältere Bruder des Marionettenspielers ist, mit dem wir uns am Inle – See unterhalten haben und der so schöne alte Puppen hatte. Er hatte ebenfalls seinen Großvater als Lehrmeister, einer der berühmtesten Meister des Zawgyi – Spiels in Burma. Dieser starb, während er den Zawgyi spielte, auf seiner Marionettenbühne. Daher haben früher alle seine Schüler bei der Darstellung des Zawgyi in der Vorstellung einen Schrei ausgestoßen, um den verstorbenen Meister zu ehren. Unser Spieler tut das noch heute und wir hören den Schrei (recht leise) während der Vorstellung. Er hat schon einen ersten Preis gewonnen für seine Marionettenkunst. Bei der Darstellung von Prinz und Prinzessin sehen wir, dass beide Figuren vom gleichen Spieler gleichzeitig mit rechter und linker Hand gespielt werden.

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